Fallschirmspringen
Unter dem Fallschirmspringen versteht man die Gesamtheit von Absprung, folgendem Fall bzw. Freifall und abschließender Landung einer Person aus einer dementsprechend hohen Position, dass das Landen auf dem Boden ohne das Benützen eines Fallschirmes zu gravierenden Verletzungen bis hin zum Tod führen würde. Der Fallschirm wird dabei als Mittel eingesetzt, um eine verträgliche Sinkgeschwindigkeit zum Zeitpunkt der Landung zu erreichen. Ein sogenannter Gleitfallschirm sorgt dabei für die Reduzierung der Geschwindigkeit auf rund 5 m/s, d.h. 18 km/h. Trifft man mit dieser Geschwindigkeit auf dem Boden auf, so kommt dies einem Sprung aus etwa 1,25 m Höhe gleich. Sogenannte Rundkappenfallschirme weisen noch eine viel höhere Sinkgeschwindigkeit auf.
Die Verzögerungswirkung des Fallschirms, die im Rahmen des Fallschirmspringens zum Tragen kommt, kann entweder unmittelbar beim Absprung oder erst später während des Falles aktiviert werden. Demnach unterscheidet man im ersten Fall den automatischen Fallschirmsprung von jenem des Freifallsprungs, der im zweiten Fall auftritt. Die Verzögerungswirkung setzt jedoch im Sinne einer sicheren Anwendung eine gewisse Mindesthöhe voraus, die für den Öffnungsvorgang des Fallschirms essentiell ist.
Das Fallschirmspringen findet einerseits als Rettungsmaßnahme, andererseits als Luftsportart zahlreiche Anwendung. Ersteres betrifft die Rettung der Besatzung von Luftfahrzeugen in Luftnot. Zweiteres bezieht sich auf das sportliche Fallschirmspringen, wofür auch der englische Terminus Skydiving verwendet wird. Hierbei dient der Fallschirm ausschließlich zur verletzungsfreien Landung auf dem Boden. Der sportliche Fokus ist dagegen vielmehr auf dem sich noch verzögerungslos vollziehenden Fall bzw. Flug, der vor dem Öffnen des Fallschirms erfolgt, zu sehen. Dabei bezeichnet man Flüge vor der Öffnung des Schirms als sogenannte Relativ- und Stilsprünge, Flüge am geöffneten Fallschirm als Kappenrelativsprünge.
Der Sprung erfolgt meist aus einem Luftfahrzeug. Hierbei sollte jedoch in Betracht gezogen werden, dass Absprünge sehr wohl auch von festem Untergrund aus möglich sind. Als Absetzmaschine wird beispielsweise eine Pilatus Porter oder eine viersitzige Maschine wie die Cessna 182 eingesetzt. Der Einsatz unterschiedlicher Maschinen und Flugzeuge variiert je nach Absprunghöhe und Anzahl der Springer. Somit benutzt man ebenso Flugzeuge wie Antonow, An-2, Cessna Caravan, Twin Otter, Dornier Do 28 oder Short Skyyan. Prinzipiell ist es jedoch auch möglich, von Hubschraubern, Heißluftballons, Motorseglern oder Segelflugzeugen aus zu springen. Gemäß des zugelassenen Sprungplatzes, der meist als drop zone bezeichnet wird, und des zum Einsatz kommenden Luftfahrzeuges, erfolgt ein allgemeiner Fallschirmsprung aus ca. 1.000 bis 4.500 Meter Höhe über dem Boden.
Im Rahmen des sogenannten Freifalles kann die Geschwindigkeit zwischen 180 km/h und 300 km/h betragen. Bei der „klassischen“ Freifallhaltung, welche in Bauchlage geschieht, beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit rund 200 km/h. Dabei erfolgt die Bestimmung der Durchschnittsgeschwindigkeit durch den Luftwiderstand und die Körperhaltung des jeweiligen Springers. Bei sogenannten Tandemsprüngen öffnet sich kurz nach dem Absprung ein kleiner Brems- und Stabilisierungsschirm, der für das Abbremsen der Geschwindigkeit auf etwa 200 km/h sorgt.
Die Öffnung des Fallschirms vollzieht sich in der Regel zwischen 1.500 und 700 Metern über dem Boden. Gesteuert wird er mittels einer rechten und linken Steuerleine. Diese sorgen für das jeweils einseitige Bremsen der Kappe. Zieht man gleichzeitig an beiden Steuerleinen, so wird der negative Anstellwinkel der Gleitfallschirmkappe verändert, wodurch eine Reduktion der Geschwindigkeit ausgelöst wird. Im Idealfall kann dementsprechend eine stehende Landung realisiert werden.
Lust nach dem Fallschirmspringen noch eine weitere Sprache zu lernen? Hier finden Sie mehr zum Thema Sprachreisen England.